Dienstag, Februar 17

„Seit 20 Jahren liegen zahlreiche Studien vor, die zeigen, dass Patienten mit Osteopathie mittel- und langfristig geholfen wird.“
Prof. Marina Fuhrmann, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) mit eigener Praxis in Wiesbaden

„Eine Krankenkasse kam zu dem Schluss, dass sie bei jedem Versicherten, dem sie Osteopathie bezahlte, 20 Prozent an Leistungen eingespart hat, trotz geleisteter Erstattungen.“
Prof. Marina Fuhrmann, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) mit eigener Praxis in Wiesbaden

„Mehr als 10.000 hochqualifizierte Osteopathinnen und Osteopathen in Deutschland erhalten durch die geplante berufsrechtliche Regelung endlich eine Anerkennung als eigenständiger Beruf und der Patienten- und Verbraucherschutz ist gewährleistet.“
Prof. Marina Fuhrmann, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) mit eigener Praxis in Wiesbaden

Mit manueller Diagnostik und Therapie kann Osteopathie als Integrative Medizin gerade auch bei chronischen Erkrankungen lindernd wirken, die Lebensqualität positiv beeinflussen und Patienten generell zu mehr Eigenverantwortung anleiten. Warum die Datenbank Ostlib.de dazu beiträgt, wie der Holzschuh-Preis 2024 das Potenzial der Osteopathie bestätigt hat und welche Hoffnungen sie mit der geplanten berufsrechtlichen Regelung der Osteopathie verbindet, erläutert Prof. Marina Fuhrmann im Gespräch mit der Initiative Gesunde Vielfalt. Die Osteopathin ist langjährige Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) mit eigener Praxis in Wiesbaden.

Rückenschmerzen, Knieprobleme, Migräne, stressbedingte Spannungszustände, aber auch begleitend etwa bei Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Krebserkrankungen: Knapp 19 Millionen Bundesbürger haben schon einmal für sich oder ihre Kinder eine osteopathische Behandlung in Anspruch genommen, wie eine Forsa-Studie von 2024 ergab. „Das waren rund 4,5 Millionen mehr als noch 2021 und die Tendenz nimmt weiter zu“, berichtet Prof. Marina Fuhrmann. Umso erfreulicher sei es, dass der Koalitionsvertrag der schwarz-roten Regierung nach Jahren der Forderung danach die berufsrechtliche Regelung der Osteopathie vorsehe. „Mehr als 10.000 hochqualifizierte Osteopathinnen und Osteopathen in Deutschland erhalten dadurch endlich eine Anerkennung als eigenständiger Beruf und der Patienten- und Verbraucherschutz ist gewährleistet“, betont Prof. Marina Fuhrmann.

Der Mensch im Mittelpunkt: Verbesserung der Lebensqualität bei schweren Erkrankungen

Die Osteopathie stelle, ebenso wie andere integrativmedizinische Ansätze, den Patienten in den Mittelpunkt. Sie orientiere sich an dessen individuellen Ressourcen und aktiviere die Selbstheilungskräfte. Ihre Stärken habe sie vor allem auch in der Behandlung chronischer Erkrankungen, bei denen die konventionelle Medizin oft an ihre Grenzen stoße. Die sei auch im Rahmen von Prävention (Primärprävention: Krankheitsvermeidung / Sekundärprävention: Behandlung einer Erkrankung im Frühstadium / Tertiärprävention: Therapie einer chronischen Erkrankung durch Maßnahmen wie Patientenschulungen) der Fall. „Zudem kann Osteopathie bei schweren Erkrankungen zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen: Chronische Schmerzen, Verspannungen oder Bewegungseinschränkungen, die häufig mit schweren Erkrankungen wie Krebs, Rheuma oder Long Covid einhergehen, können durch Osteopathie gelindert werden“, sagt Prof. Marina Fuhrmann. „Osteopathische Behandlungen können zudem positiv auf das vegetative Nervensystem Einfluss nehmen. Dies kann Patienten helfen, besser zu schlafen, innere Anspannung zu lösen und emotionale Belastungen besser zu verarbeiten.“

Holzschuh-Preis 2024 für große Studie zu Osteopathie bei unspezifischem Rückenschmerz

Viele Patienten empfänden die osteopathische Behandlung auch deshalb als wohltuend, weil sie nicht auf ein Symptom reduziert, sondern als ganzer Mensch gesehen würden. Osteopathie fördere das Verständnis für den eigenen Körper und motiviere zur aktiven Mitgestaltung der eigenen Gesunderhaltung. „Dazu vermitteln Osteopathen den Patienten zum Beispiel Atemtechniken, Haltungsübungen oder kleine Verhaltensänderungen“, so Prof. Marina Fuhrmann: „Seit 20 Jahren liegen zunehmend Studien vor, die zeigen, dass Patienten mit Osteopathie mittel- und langfristig geholfen wird. Nehmen wir etwa den unspezifischen Rückenschmerz, inzwischen ein Volksleiden. Eine große aktuelle Studie[1] hat eindrucksvoll bestätigt, wie Osteopathie auch hier erfolgreich ist.“ Sie wurde mit dem „Holzschuh-Preis 2024“ der Hufelandgesellschaft[2] ausgezeichnet.“ Wer mehr darüber erfahren möchte, welche Studien zur Osteopathie vorliegen, kann die 2022 gegründete Datenbank Ostlib.de[3] zu Rate ziehen. „Sie listet alle seit 1991 veröffentlichten rund 5.000 Studien und etwa 4.000 Fachartikel zur Osteopathie, mehr als Hälfte kann kostenfrei heruntergeladen werden“, erläutert Prof. Marina Fuhrmann. Das Angebot richte sich ausdrücklich nicht nur an Fachleute, sondern auch an Laien.

Osteopathie ist kosteneffizient, trotzdem nur bedingt Kassenleistung

Wer Osteopathie in Anspruch nimmt, geht auch seltener zum Arzt: Von 2012 bis 2015 hat die BKK Advita als erste gesetzliche Krankenkasse ausgewertet, wie hoch die Ausgaben für jedes Mitglied vor und nach einer osteopathischen Behandlung waren. „Die Krankenkasse kam zu dem Schluss, dass sie bei jedem Versicherten, dem sie Osteopathie bezahlte, 20 Prozent an Leistungen eingespart hat, trotz geleisteter Erstattungen.“ Gleichwohl sei Osteopathie eine Selbstzahler-Leistung. Krankenkassen erstatteten nur auf freiwilliger Basis osteopathische Leistungen ganz oder nur teilweise. „Dabei helfen Osteopathen nicht nur unmittelbar den Patienten und entlasten die Krankenkassen, sie entlasten auch Haus- und Facharztpraxen“, betont Prof. Marina Fuhrmann.

Vita Prof. Marina Fuhrmann
Prof. Marina Fuhrmann absolvierte eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. Nach einer fünfjährigen Osteopathieausbildung schloss sie ein anschließendes Studium in den USA an der A.T. Still University of Health Sciences mit dem Master of science in Osteopathic Research ab. 2006 wurde ihr erstmalig ausserhalb der USA der Doctor of Osteopathic Education (DO h.c.) verliehen. Zum Start des Studiengangs Osteopathie wurde sie zu Deutschlands erster Professorin für Osteopathie an die Hochschule Fresenius berufen. Neben verschiedenen nationalen und internationalen Lehrauftragen ist sie seit 1995 ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD[4]). Ebenso gehört sie dem Vorstand der 2023 ins Leben gerufenen Deutschen Osteopathie-Stiftung (DOS[5]) an. In Wiesbaden führt Prof. Fuhrmann eine eigene Praxis für Osteopathie.

Über „Gesunde Vielfalt“
Die Initiative „Gesunde Vielfalt“ ist ein unabhängiger Zusammenschluss von Experten und Expertinnen unterschiedlicher Therapieformen. Unser Ziel ist, das Zusammenwirken von konventionellen und komplementären Therapien – sprich: die Integrative Medizin – stärker in den Vordergrund der Diskussion zu rücken, um notwendige Verbesserungen des Gesundheitssystems anzustoßen. Wir stehen dabei für den gegenseitigen Respekt der Therapieformen und Heilberufe. Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Wir setzen uns für einen Paradigmenwechsel ein: Der Patient, die Patientin muss zum gleichberechtigten Akteur neben dem Arzt, der Ärztin werden, um das Gesundheitswesen nachhaltig zu reformieren. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Information und Aufklärung der Öffentlichkeit, der Nähe zur Praxis und Vernetzung von Ärztinnen, Ärzten, Apothekerinnen und Apothekern und Heilberufen im Sinne der Patientinnen, der Patienten. Wir verstehen uns als Plattform und Impulsgeber für einen ideologiefreien, offenen Diskurs um die Verbesserung des Gesundheitswesens in Deutschland.

Über „Gesunde Vielfalt“
Die Initiative „Gesunde Vielfalt“ ist ein unabhängiger Zusammenschluss von Experten und Expertinnen unterschiedlicher Therapieformen. Unser Ziel ist, das Zusammenwirken von konventionellen und komplementären Therapien – sprich: die Integrative Medizin – stärker in den Vordergrund der Diskussion zu rücken, um notwendige Verbesserungen des Gesundheitssystems anzustoßen. Wir stehen dabei für den gegenseitigen Respekt der Therapieformen und Heilberufe. Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Wir setzen uns für einen Paradigmenwechsel ein: Der Patient, die Patientin muss zum gleichberechtigten Akteur neben dem Arzt, der Ärztin werden, um das Gesundheitswesen nachhaltig zu reformieren. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Information und Aufklärung der Öffentlichkeit, der Nähe zur Praxis und Vernetzung von Ärztinnen, Ärzten, Apothekerinnen und Apothekern und Heilberufen im Sinne der Patientinnen, der Patienten. Wir verstehen uns als Plattform und Impulsgeber für einen ideologiefreien, offenen Diskurs um die Verbesserung des Gesundheitswesens in Deutschland.

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