Freitag, September 11

Aktuelle Fahrzeugprototypen absolvieren ein umfassendes Erprobungsprogramm. Parallel beginnt in München die nächste Bauphase des Brennstoffzellensystems der dritten Generation, während das BMW Group Werk Steyr die künftige Serienproduktion vorbereitet.

Der neue BMW iX5 Hydrogen erreicht die nächste Entwicklungsstufe auf dem Weg zur Serie: Aktuelle Prototypen durchlaufen ein umfassendes Erprobungsprogramm, parallel startet das Brennstoffzellensystem der dritten Generation in eine neue Bauphase im Wasserstoff-Kompetenzzentrum München. Gleichzeitig laufen am österreichischen Motorenstandort Steyr die Vorbereitungen für die Industrialisierung und künftige Serienproduktion des Wasserstoff-Brennstoffzellensystems.

Mit diesen Schritten treibt die BMW Group die Entwicklung ihres ersten Wasserstoff-Serienmodells konsequent voran. Im Mittelpunkt stehen die weitere Absicherung des Gesamtsystems, die Vorbereitung der Industrialisierung sowie die Integration der Brennstoffzellentechnologie in ein Fahrzeugkonzept mit BMW typischer Fahrdynamik.

„Unser Anspruch an den BMW iX5 Hydrogen ist klar: ein echter BMW – mit Freude am Fahren. Dafür ist ein perfekt abgestimmtes Gesamtsystem entscheidend. Die aktuelle Erprobung zeigt, wie erfolgreich Brennstoffzellensystem, Hochvoltbatterie und elektrischer Antrieb bereits zusammenspielen und wie konsequent wir die Technologie in Richtung Serie entwickeln“, sagt Josef Hochreiter, Leiter Wasserstofffahrzeuge BMW Group.

Fokus auf Systemintegration, Effizienz und Fahrdynamik

Im Mittelpunkt der aktuellen Erprobung steht die Absicherung des Gesamtsystems unter anspruchsvollen Umwelt- und Betriebsbedingungen. Die Entwicklungsteams sichern die Funktion aller Komponenten im Fahrzeugverbund ab und optimieren die komplexe Regelung der Systeme auch unter hoher Belastung. Ziel ist es, die volle Leistungsfähigkeit des Antriebs jederzeit sicherzustellen und zugleich die BMW typische Fahrdynamik im Brennstoffzellenfahrzeug weiter zu optimieren.

Die aktuelle Erprobung bestätigt das abgestimmte Zusammenspiel von Brennstoffzellensystem, Elektromotor, Hochvoltbatterie, BMW Hydrogen Flachspeicher und Energy Master. Die innovative Hochvoltbatterie und der Energy Master, als zentrale Steuereinheit des Hochvoltsystems, ermöglichen eine höhere Rekuperationsleistung und steigern damit die Effizienz des Gesamtsystems. Gleichzeitig zielt die Entwicklung auf Fahrleistungen auf dem Niveau des BMW iX5 ab, einschliesslich einer angestrebten Beschleunigung von unter fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Brennstoffzellensystem startet in die nächste Bauphase

Parallel zur Fahrzeugerprobung beginnt im Wasserstoff-Kompetenzzentrum München die nächste Prototypenbauphase des Brennstoffzellensystems der dritten Generation. Im Fokus stehen die Finalisierung und Absicherung der Prüfmethodik sowie die weitere Vorbereitung der Industrialisierung.

Die vorangegangene Prototypenphase konzentrierte sich auf die Baubarkeit der Komponenten und die grundlegende Befähigung der Lieferanten. Die nun anstehenden Prozessschritte schaffen die Voraussetzungen für robuste und effiziente Fertigungsabläufe und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur späteren Serienproduktion. Die Serienproduktion der Brennstoffzellensysteme erfolgt zukünftig im BMW Group Werk Steyr.

„Der Prototypenbau ist weit mehr als die Fertigung einzelner Komponenten. Jede Bauphase hilft uns dabei, Prozesse zu optimieren, Erfahrungen zu sammeln und dieses Wissen gezielt an die Teams in Steyr weiterzugeben. Damit schaffen wir die Grundlage für die nächsten Schritte auf dem Weg zur Industrialisierung“, sagt Claudia Stephan, Leiterin Technologieentwicklung und Prototypenbau Brennstoffzelle BMW Group.

Industrialisierung: Enge Zusammenarbeit von Entwicklung in München und Serienproduktion in Steyr

Mit dem Start der neuen Bauphase erreicht das Projekt einen weiteren wichtigen Entwicklungsschritt auf dem Weg zur Industrialisierung. Dafür wurden bereits erste Prüfstände und Produktionsanlagen im BMW Group Werk in Steyr aufgebaut sowie Mitarbeitende schrittweise geschult. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die weiteren Industrialisierungsschritte und den anschliessenden Hochlauf der Produktion.

Wasserstoff als zusätzliche elektrische Antriebsoption

Mit dem BMW iX5 Hydrogen verfolgt die BMW Group ihren technologieoffenen Ansatz weiter. Wasserstoff ergänzt batterieelektrische Fahrzeuge dort, wo hohe Reichweiten, kurze Betankungszeiten und hohe Einsatzflexibilität gefragt sind.

Mit einer angestrebten Reichweite von bis zu 750 Kilometern* (WLTP), einer Betankung in weniger als fünf Minuten und voll-elektrischem Fahren eröffnet die Brennstoffzellentechnologie zusätzliche Möglichkeiten für lokal emissionsfreie individuelle Mobilität.

Über das Projekt „HyPowerDrive“ wird im Rahmen des IPCEI Hy2Move durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) die Entwicklung des Antriebsstrangs sowie des Tanksystems des BMW iX5 Hydrogen gefördert. Der Bund stellt Mittel in Höhe von 191 Mio. EUR zur Verfügung. Zudem wird das Projekt durch das Bundesland Bayern mit insgesamt 82 Mio. EUR (ko-)finanziert. Die Förderung wird durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt und von der NOW GmbH koordiniert.

 

Fragen & Antworten

Wie integriert BMW Wasserstoff in seine Produktpalette?

Nach der erfolgreichen weltweiten Erprobung der Pilotflotte wird der BMW iX5 Hydrogen als erstes wasserstoffbetriebenes Serienmodell der BMW Group auf den Markt kommen. Der neue BMW X5 wird Kunden künftig die Wahl zwischen batterieelektrischem Antrieb, Plug-in-Hybrid, Benzin-, Diesel- sowie Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie bieten.

Was wird aktuell am BMW iX5 Hydrogen erprobt?

Im Mittelpunkt der aktuellen Erprobung steht das Zusammenspiel aller Komponenten des Antriebssystems. Dazu gehören das Brennstoffzellensystem, die Hochvoltbatterie, der Elektromotor, die Wasserstoffspeicher sowie die Steuerung des Gesamtsystems. Zudem werden Effizienz, Fahrleistungen und Fahrdynamik unter unterschiedlichen Einsatzbedingungen untersucht.

Wie funktioniert das Brennstoffzellensystem?

In der Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff aus den Tanks in einer elektrochemischen Reaktion mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft. Dabei entsteht elektrischer Strom, der den Elektromotor antreibt und das Fahrzeug mit Energie versorgt. Im BMW iX5 Hydrogen kommt die dritte Generation des Brennstoffzellensystems zum Einsatz, die die BMW Group gemeinsam mit der Toyota Motor Corporation entwickelt.

Wo wird das Brennstoffzellensystem künftig produziert?

Die BMW Group bereitet im BMW Group Werk Steyr die spätere Serienproduktion des Brennstoffzellensystems vor. Parallel dazu entwickeln und bauen die Kompetenzzentren in München und Steyr Prototypen und sammeln Erfahrungen für die Industrialisierung. Weitere Komponenten des Systems entstehen am BMW Group Standort Landshut.

Welche Vorteile bietet die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie?

Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge fahren lokal emissionsfrei und kombinieren elektrisches Fahren mit kurzen Betankungszeiten. Für die BMW Group ergänzt die Brennstoffzellentechnologie batterieelektrische Fahrzeuge insbesondere dort, wo hohe Reichweiten und eine hohe Einsatzflexibilität gefragt sind.

CO2-Emissionen & Verbrauch.

*Da es sich um einen Prototypen in der Entwicklungsphase handelt, sind noch keine verbindlichen Verbrauchsinformationen nach WLTP verfügbar.

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